Werbung in eigener Sache!


Das Magazin “ECHO” hat sich für die jetzt erschienene Ausgabe was interessantes einfallen lassen. Eine Sonderausgabe über die Salzburger Werbetreibenden. Und zwar personenbezogen. Dadurch blickt man mal “Hinter die Kulissen” und erfährt ein bissl mehr über den jeweiligen Menschen. ich fand das eine Gute Idee und habe auch mitgemacht. Danke nochmal an dieser Stelle an Gerti Krawanja für das nette Interview!

Ihr könnt den Beitrag auch als PDF Downloaden.

Exakte Bildbearbeitung ist Thomas Wozaks große Leidenschaft. Gemeinsam
mit seiner Gattin Brigitte führt der Salzburger die Agentur Wozak
Mediendesign und gibt zugleich sein grafisches Know-how an die Schüler der HTL
sowie am BFI Salzburg weiter. Die Kunden des Werbeprofi s haben einen großen
Vorteil: Für das Ehepaar Wozak gibt es keine Uhrzeit.


ECHO:
Lesen Sie eigentlich die Bibel?
Thomas Wozak: Nein, wieso?
ECHO: Weil Ihre Homepage ein Kirchenbild und etliche biblische Zitate zieren.
Wozak: (lacht) Sie haben Recht, das Bild haben wir in Anlehnung an ein Kirchenfenster
digital kreiert, was unsere Texterin dazu inspiriert hat, die Gebote in biblische
Texte umzuwandeln. Das hat mir so gut gefallen, dass ich es auch in Groß produziert
und auf unser Bürofenster geklebt habe.
ECHO: Muss man sich als Werbemensch auch irgendwie selbst inszenieren?
Wozak: Nicht notwendigerweise. Den Werbeleuten wird zwar oft der Hofnarr
zugeschrieben und eine gewisse Exzentrik erwartet. Ich finde aber, man sollte den Stil
wahren, aus Respekt gegenüber den Kunden. Außerdem finde ich es bei manch älteren
Herren komisch, wenn sie mit orangen Hosen und blau gefärbten Haaren herumlaufen.
ECHO: Sie haben auch bei Ihrem Firmennamen nicht lang kreativ herumgefackelt.
Wozak: Weil ich mich hinter keinen komischen Kürzeln verstecken wollte.
Wir stehen für unseren Namen und für das, was wir tun.
ECHO: Angefangen haben Sie aber mit einer Ausbildung am Holztechnikum Kuchl.
Wie kommt man denn von Forst und Holz zum „Werbewahnsinn“?
Wozak: (lacht) Das frage ich mich auch manchmal. Ausschlaggebend war sicher
meine Arbeit bei SonyDADC, wo ich in der Grafikabteilung CD-Labels produziert
habe. Das hat mir sehr gut gefallen.
ECHO: Warum haben Sie aufgehört?
Wozak: Nun, irgendwann habe ich die Welt nur noch rund gesehen. So im zwölf
Zentimeter CD-Durchmesser. Ich habe dann in einer Druckerei gearbeitet und
auch schon am BFI das Freehand-Zeichenprogramm unterrichtet, ehe ich mich
selbstständig machte.
ECHO: Da lernen Sie sicher selbst eine Menge von den jungen PC-Freaks, oder?

Wozak: Ja, natürlich! Ich habe zum Beispiel einen Studenten, der ein echter Animationsguru
ist und der auch schon einiges für mich gemacht hat. Der Vorteil ist, dass ich es anbieten kann
und er dafür ehrliches Geld von mir bekommt.
ECHO: Die Werbebranche ist ja gerade bei den Jungen heiß umkämpft. Wie bereiten
Sie Ihre Schüler auf den Einstieg vor?
Wozak: Das ist der schönste Beruf, den man haben kann, weil man etwas produziert
und seine eigenen Ideen reinbringt. Ich sage den Studenten aber auch, dass
sie ihr Leben lang lernen müssen, weil sie sich für eine der schnelllebigsten Branchen
entschieden haben. Aber das hält hell im Kopf. Das Problem ist oft, dass
manche Agenturen die jungen Absolventen für ein Witz-Geld ausnutzen. Auch
davor warne ich.
ECHO: Ein großes Thema ist zudem Kundenbindung.
Wie heben Sie sich von Ihren Konkurrenten ab?
Wozak: Unsere Stärke ist sicher, dass wir technisch immer auf dem neuesten Stand
sind. Das erfordert natürlich extrem viel Recherchearbeit, die der Kunde oft nicht
sieht. Wir haben zum Beispiel permanentes 24-Stunden Online-Internet und sind
für unsere Kunden auch am Wochenende erreichbar. Das unterscheidet uns sicher
von großen Agenturen. Daher haben wir einen treuen Kundenstamm aufgebaut.
ECHO: Und wie sieht es mit Kundengewinnung aus?
Wozak: Die ist sicher eine unserer Schwächen, weil dafür müsste man mehrere Tage
pro Woche aufwenden. Das geht nur, wenn man eigene Leute im Verkauf hat. Wir haben
aber das große Glück, dass bei uns sehr vieles über Empfehlung funktioniert.
ECHO: Würden Sie sich oft mehr Innovationsgeist seitens der Kunden wünschen?
Wozak: Absolut! Manche trauen sich nicht, andere greifen hemmungslos daneben.
Man darf hier aber nicht auf dem hohen Ross sitzen, zu sagen, das mach ich
nicht. Wenn das Sujet allerdings absolut nicht zum Produkt passt, dann sage ich das
schon, denn ich bin ein großer Verfechter von Perfektion.
ECHO: Kann Unvollkommenheit in der Werbung nicht auch wirken?
Wozak: Ich meine hier eher die technische Perfektion in der Grafik, zum Beispiel,
wenn beim Wegretuschieren etwas vergessen wird. Es gibt natürlich viel subtilere,
wenn Perspektiven und Licht nicht stimmen und wo einfach was zusammengebastelt
wird. Dabei würde es den Kunden nicht viel mehr kosten, sich einen Profi zu
leisten, weil der Grafikbereich nur einen minimalen Bruchteil der gesamten Produktion
ausmacht.
Interview: Gerti Krawanja